Billig-Barbier vs. Premium-Barber: Knauser-Bärte zahlen drauf!

Geposted am 21 April 2018


Setzen Beardo,

in der heutigen Stunde muss der Doc dir und deinen Kumpels eine Lektion ins Köpfchen trichtern: Ein ordentlicher Barbierbesuch sollte auch angemessen bezahlt werden!

Aber da gibt es ganz offensichtlich so einige auf dem Pausenhof, die darauf keine Bartschuppe geben und sich lieber den Bart für zehn Euro zurichten lassen, als auch nur einen Cent zuviel in ihre Fell-Mähne zu investieren.

Erst vor kurzem gab es dazu mehrere harte Diskussionen in den Bartgruppen bei Facebook. Und der Doc musste lesen, dass erschreckend viele von euch, es völlig normal finden, zu einem Barbier zu gehen, der Vollservice für einen Preis anbietet, für den man als normaler, ausgebildeter Handwerker nicht mal den Schlüssel in der Barbershop-Türe umdrehen könnte. Dennoch scheint es für eine ganze Menge deiner Kumpels was tolles zu sein, den Barbierbesuch als Schnäppchenjagd zu betrachten.

Dr. Awesome wird dir erklären, warum diese Mentalität ein Trugschluss ist. Und warum es für alle Beardos da draußen wichtig ist, dass du und deine Freunde die auflebende Barber-Kultur nicht kaputtknausert.


Billige Barber, billiger Bart, zumindest meistens…

Der Doc will gar nicht behaupten, dass es da draußen keine Billig-Barber gibt, die was von ihrem Handwerk verstehen und einen soliden Job abliefern. Die Regel ist das aber nicht. Denn ein Trend hält vor allem in den größeren Städten Einzug: Jeder 08/15-Friseur meint, er kann jetzt plötzlich auch im Barber-Geschäft mitmischen. Das gilt sowohl für herkömmliche Sparfuchs-Friseure mit Dauerwelle-Spezialisierung, als auch für die seit Jahren beliebten türkischen Barber, die für ein Handgeld das vermeintliche Vollprogramm bieten.

Versteh den Doc nicht falsch, Beardo. Aber es ist wie bei einem Schrank mit Holzfurnier. Von weitem sieht er vielleicht gar nicht so schlecht aus. Und manch einem reicht das auch. Schaut man sich das ganze aber im Detail an, würde zumindest der Doc immer auf echtes Vollholz vom Schreiner setzen.

Und genauso ist es bei der Barberwahl. Wer versucht, Geld zu sparen, zahlt letzten Endes drauf. Genau das beweisen dem Doc immer wieder aufgeregte Schüler. Sie bitten dann nach einem missglückten Bartschnitt ganz verzweifelt um Rettungstipps, weil das, was von der ursprünglichen Pracht übrig ist, nur noch zum Abschneiden taugt.


Wieviel darf ein guter Barbier kosten?

Bevor jetzt wieder Unruhe in der hinteren Reihe entsteht: Der Doc will dir deinen Barbier nicht schlechtreden. Bist du zufrieden, ist das gut. Er will aber deine Augen dafür öffnen, dass es sich lohnt, in seinen Barbierbesuch zu investieren. Denn vielleicht geht es ja noch besser.
Es müssen ja nicht immer gleich 60 Euro für Bart und Haare sein. Aber viel weniger wird es eben auch nicht werden, wenn man sich vertrauensvoll an einen guten Barbier wendet. Ein guter Richtwert sind etwa 50 Euro. Bei den einen ist es etwas günstiger, bei anderen etwas mehr. Je nach Aufwand, Frisur, Bartform und Länge kann dieser Betrag auch mal abweichen. Du solltest dir klarmachen: Wer einen knappe Stunde auf dem Barberstuhl verbringt und von einem echten Handwerker umsorgt wird, sollte nicht mit dem Preis hadern. Denn würdest du auch nur mit der Wimper zucken, wenn dein Autoschrauber 50 Euro Stundenlohn aufruft? Der Doc sagt “Nie im Leben”. Du würdest es bezahlen und sogar das Gefühl haben, dass das ein echt fairer Preis gewesen ist. Komischerweise sind so manchen Spar-Bärtchen beim Barber schon zehn Euro zuviel - für denselben Aufwand!


Was unterscheidet einen guten von einem schlechten Barber?

Das kann dir der Doc aus eigener Erfahrung sagen. Wer sich beim Billig-Barber aufs Stühlchen setzt, bekommt bestenfalls die Frage gestellt, was er gemacht haben will. Mehr als: “Den Bart etwas in Form bringen und oben einen Undercut”, bekommen doch viele gar nicht durch die Kauleiste. Und bevor sie nochmal Luft holen können, ist die Schere oder gar der Elektro-Rasierer angesetzt und die ersten Zentimeter sind gefallen. Das kann gut gehen. Viel zu oft geht es aber auch gehörig in die Hose. Und am Ende weinst du wieder das Kissen voll, Beardo!

Bei einem Premium-Barbier wird erstmal ausführlich gesprochen. Der Barber macht Vorschläge und versucht herauszufinden, was du eigentlich willst und vor allem, was dir überhaupt steht. Er wird mit dir Ziele erarbeiten, wenn du etwa vorhast deinen Bart wachsen zu lassen. Und wird deshalb deinen Bart auch so schneiden, dass du möglichst schnell deinen Traumbart erreichst. Ein guter Barber warnt deine mondgesichtigen Freunde auch, wenn sie mal wieder in die Breite wachsen lassen wollen. Erst, wenn beiden Seiten klar ist, wohin die Reise gehen soll, wird er die Schere in die Hand nehmen und anfangen.

Er beherrscht auch sämtliche Kniffs und Tricks, um Problemstellen zu kaschieren und kann so das beste aus deinem Bart herausholen. Bei vielen Barbern mit Zehn-Euro-Programm wird die Standardnummer durchgezogen. Haartrimmer, feste Aufsätze und dann einmal durchs Haar. Das kann solide sein, ist aber eben nicht das Optimum  - und schon gar nicht individuell. Ein Premium-Barber nutzt grundsätzlich keine Aufsätze, sondern nutzt dazu den Kamm, um variieren zu können. Den Unterschied im Ergebnis würde selbst Dr. Awesomes Oma aus zehn Metern Entfernung noch erkennen.
Und ganz ehrlich, kleiner Knauser-Bart. Hast du schonmal eine heiße Handtuch-Packung bekommen und bist erst danach an den Konturen rasiert worden? Ein Unterschied wie Tag und Nacht. Gleiten gegen Kratzen. Wer das einmal erlebt hat, will sich nie wieder ohne unters Messer legen. Beim Billig-Barber  aber kannst du in aller Regel auf ein heißes Handtuch warten, bis sie dich aus dem Laden kehren.

Und dann, kleiner Genießer-Bart, kommt da natürlich noch der gemütliche Aspekt dazu. Der ist zwar nicht so wichtig, wenn es ums Ergebnis geht. Aber der Doc steht trotzdem drauf. Denn zu einem klassischen Barberbesuch gehört mindestens ein Bierchen oder auch ein Kaffee und eine Truppe bärtiger Jungs, die deinen Besuch zu einem Erlebnis machen. Beim Billig-Barber wird nach Wartezimmer-Methodik abgearbeitet. Wer`s mag und es nicht so genau mit dem eigenen Bart nimmt, wird bestimmt auch hier glücklich. Der Doc gehört jedenfalls nicht dazu!

Und das schreibst du dir jetzt gefällig 30 mal hinter die Ohren, Damit du und dein stolzer Bart nicht wieder zum Opfer deiner Geizigkeit werden.

Bis bald

Dr. Awesome

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3 Kommentare

  • NoBeardNoGood: July 24, 2018

    Könnt ihr auch einen guten Barber in Düsseldorf empfehlen?

  • $hørty: July 24, 2018

    Hallo Herr Dr.

    welchem Premium Barbier können Sie denn im Rhein Main Gebiet empfehlen? Beziehungsweise welcher ist ihr Barbier des Vertrauens?

    Gruß Herr Dr.

  • Uzi: July 24, 2018

    Gut! Ich bin überzeugt. Hatte bisher in dieser Hinsicht leider oftmals auch eher Pech. Von daher. Kann mir der Doc denn einen guten, echten Barbier im Süden der Hauptstadt empfehlen?

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