Zaubermischung oder schmierige Angelegenheit: Daran erkennst du gutes Bartöl!




Setzen Beardo,

du meinst, du bist schon ein alter Hasen-Bart? Du benutzt Bartöl seit der ersten Stunde und kannst schon einschätzen, welches Produkt gut für dich ist? Dann bist du ein echtes Wunder-Bärtchen. Die allermeisten Barträger dort draußen, haben keine Ahnung, worauf sie achten müssen, wenn es um die Wahl des Bartöls geht. Trotzdem empfehlen sie in den Facebookgruppe munter irgendwelche Öle - ohne Sinn und Verstand. Deine einzige Chance, herauszufinden, ob ein Bartöl gut ist oder doch nur wieder Mist in der Flasche steckt: Hör auf mit dem Stuhl zu kippeln und lerne, auf was es bei der Zusammensetzung ankommt.


Was ist eigentlich dieses Bartöl?

Bartöl ist das Mittel Nummer eins, um deinen Bart zu pflegen. Es ist eine Mischung aus verschiedenen Trägerölen und meist auch ätherischen Ölen, um dem ganzen einen Duft zu verleihen. Das wusstest du auch, oder? Aber jetzt wird es interessant:
Beim Bartöl kommt es auf verschiedene Parameter an, die du bisher bestimmt nicht bedacht hast. Selbst die stattlichsten Vollbärte unter uns, wissen meist gar nicht genau, was in ihrem Bartöl drinne ist. Und dass sie vielleicht nur deshalb eine so prächtige Matte haben, weil sie einfach nur Glück bei der Wahl des Bartöls hatten...

Dabei gibt zwei wichtige Punkte, die die Qualität eines Öls ausmachen und an denen du erkennen kannst, ob es sich um ein gutes Bartöl handelt. Das eine ist das Fettsäurespektrum, das andere die Spreitfähigkeit. Pass also schön auf, damit auch du deinem Bart in Zukunft die nötige Portion Glück verpassen kannst.





Das Fettsäurespektrum

Jedes Öl besteht vereinfacht gesagt aus verschiedenen Fettsäuren mit unterschiedlichen Wirkungen. Je nach Zusammensetzung hat das Öl zum Beispiel eine eher rückfettende Wirkung, zieht schnell ein oder lässt sich besonders gut verteilen.

Jedes Öl für sich alleine genommen, macht noch kein gutes Bartöl aus. Im Gegenteil. Bis auf wenige Ausnahmen, wird ein Bartöl mit nur einem einzigen Basisöl deine Haut und dein Haar nur unzureichend pflegen. Deshalb kommt es auf die richtige Mischung an.
Und da hätten manche Hersteller mal lieber vorher den Doc gefragt. Denn wenn Öle richtig kombiniert werden, ergibt sich daraus ein wirkungsvolles Zauber-Bartöl. Kippt man die falschen zusammen, gibt’s schnell mal fettige Haut und strohige Haare!

 

Wie erkenne ich eine gute Bartölmischung?

Orientiere dich am Fettsäurespektrum. Das sollte möglichst breit abgedeckt sein, um eine ausgewogene Pflege zu bieten. Keine Sorge, Beardo. Du musst jetzt nicht noch schnell Chemie studieren. Eigentlich ist es ganz einfach. Beispielsweise passen Mandelöl und Traubenkernöl sehr gut zusammen, weil sie einen weiten Bereich abdecken. Klar gibt es noch zahlreiche weitere Ölkombinationen, aber ich will ja nicht, dass dir danach deine Ohren klingeln, Beardo. Deshalb reicht es fürs erste, wenn du weißt, dass es drei Sorten von Basisölen und Spezialöle gibt, aus denen die allermeisten Bartöle dieser Welt zusammengesetzt werden. Der Doc hat dir mal die gängigsten Bartöl-Zutaten zusammengestellt.

1. Öle mit hohem Ölsäureanteil (rückfettend)

Aprikosenkernöl
Avocadoöl
Macadamianussöl
Mandelöl
Olivenöl

2. Öle mit ausgewogenen Anteilen an Öl- und Linolsäure (pflegend, schützen die Haut)

Arganöl
Reiskeimöl
Sesamöl

3. Öle mit hohem Linolsäureanteil (regenerierend, verflüssigend)

Distelöl
Sojaöl
Traubenkernöl
Weizenkeimöl

4. Spezialöle würzen sozusagen die Grundmischung und haben besondere Wirkungen, sind aber nicht zwingend notwendig.

Jojobaöl (langanhaltend schützende Wirkung, kann nicht von Bakterien verstoffwechselt werden. ein guter Begleiter für jede Ölmischung, stabilisierend)
Kokosöl (dringt schnell, aber nur oberflächlich in die Haut ein, erzeugt ein weiches Hautgefühl, antibakteriell, verbessert die Fließeigenschaften)

Dann gibt es noch Bartöl-Booster, die die Spreitfähigkeit eines Öles verbessern. Die Ölmischung wird dadurch fließfähiger und lässt sich besser auf Haut und Haar verteilen.
Diese sind in nur wenigen Bartölen enthalten, weil sie zu teuer sind.

Squalan (verbessert die Spreitfähigkeit einer Mischung, sodass sie sich besser verteilen lässt)
Brokkolisamenöl (verbessert die Spreitfähigkeit, gilt als natürlich, ungefährlicher Silikonersatzstoff)
Hanfsamenöl (erhöht die Spreitfähigkeit, entzündungshemmend, zellregnerierend, zellerneuernd)


Mit einer Kombinationen aus folgenden Ölen machst du garantiert nichts falsch. So kombiniert ergänzen sich die Zutaten, decken das gesamte Fettsäurespektrum ab und bieten eine ausgezeichnete Pflegewirkung:

Gruppe 1 + 3 + 4 + Booster
Gruppe 1 + 2 + 4 + Booster
Gruppe 2 + 3 + 4 + Booster

Puh, Beardo! Das war ganz schön viel Stoff. Aber jetzt hast du wenigstens die Möglichkeit mal zu schauen, ob es sich bei deinem Bartöl um ein wirklich gutes Produkt handelt, oder um einen Blender, bei dem einfach ein paar billige Öle zusammengemischt worden sind.

So, jetzt ab in die Pause, es hat schon längst geklingelt! Und zu Hause nimmst du bis morgen mal die Rückseite deines Bartöls unter die Lupe!

Dr. Awesome


3 Kommentare


  • Pascal

    Super Artikel, lange nach einer solchen Seite gesucht. Hast du vielleicht ne Empfehlung. Nutze zur Zeit Mr. Burtons Bart Öl.


  • Sascha A. Adamski

    Hallo Dr. Awesome,

    toller Artikel. Ich würde nur gerne wissen, in welchem Verhältnis ich die Öle der verschiedenen Gruppen mischen sollte….

    Bär(t)igen Gruß

    Sascha


  • Patrick

    Vielen Dank für die Erklärung ? jetz wird geguckt was gekauft wird ?


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